Manche Hunde nehmen die Welt ganz gelassen, während andere bei den scheinbar harmlosesten Dingen in Panik geraten. Häufige Stressfaktoren sind Fremde, andere Hunde oder Tiere, laute Geräusche, Autos oder unbekannte Gegenstände – das kann etwas so „unheimliches“ wie ein Mülleimer, ein umgestürzter Baum oder jemand mit einem Kinderwagen sein. Manche Hunde versuchen auch, ihre Besitzer oder andere Hunde zu beschwichtigen, die sie stressen. Mit ihrer Körpersprache versuchen sie, dir zu zeigen, dass sie es nicht böse meinen. Mehr über dieses „Beschwichtigungsverhalten“ erfährst du weiter unten.
Wenn du lernst, die Anzeichen zu erkennen, kannst du eingreifen und das Schlimmste vermeiden, wenn der Stresspegel deines Hundes ansteigt. Wenn du das nächste Mal mit deinem Hund spazieren gehst, steck dein Handy in die Tasche und beachte unsere Liste der Stressanzeichen von Nase bis Rute. Versuche dann herauszufinden, was die Ursache dafür ist!
Eindeutige Anzeichen dafür, dass dein Hund eine Verschnaufpause braucht
Kopf
Egal, ob kleine spitze oder große Schlappohren, die Ohren eines Hundes verraten, wie er sich gerade fühlt! Aufmerksam gespitzte und nach vorne gerichtete Ohren bedeuten, dass dein Hund etwas gesehen hat, worüber er mehr erfahren möchte. Das könnte ein anderer Hund, ein Kaninchen oder etwas leicht Beängstigendes sein. Wenn die Ohren am Hinterkopf nach hinten angelegt sind, kann dies ein Zeichen von Angst oder sogar Aggression sein. Einige Hunde versuchen, mit aggressivem Verhalten die Dinge zu verscheuchen, die sie nicht mögen, aber tief in ihrem Inneren haben sie selbst Angst.
Wusstest du, dass Hecheln, Gähnen und Nasenlecken für Hunde beruhigend ist? Wenn dein Hund an einem kühlen Tag, an dem er nicht viel herumgelaufen ist, hechelt oder anfängt, sich die Nase zu lecken, hast du es erraten – etwas stimmt nicht ganz und er versucht, sich zu beruhigen. Versuche, diese Verhaltensweisen zu fördern, denn die Fähigkeit, sich selbst beim Stressabbau zu helfen, ist ziemlich wertvoll.
Kauen ist ein natürliches Hundeverhalten, vor allem bei Welpen. Es setzt beruhigende Hormone, sogenannte Endorphine, frei, weshalb das Kauen in Situationen, in denen dein Hund nicht zufrieden ist, außer Kontrolle geraten kann. Wenn dein Hund ein Power-Kauer ist, stelle sicher, dass er viele sichere Kauspielzeuge hat, die er nutzen kann, und verbringe etwas Zeit damit, ihm beizubringen, nichts außer seinem Spielzeug ins Maul zu nehmen. Wenn er etwas aufhebt, das ihm nicht gehört, gib das Kommando, es fallen zu lassen, und gib ihm dann sein Lieblingsspielzeug und lobe ihn dafür, dass er es nutzt.
Die beiden bekanntesten Anzeichen dafür, dass etwas deinen Hund stört, sind Winseln und Bellen. Einige Hunde drehen auch ihren Kopf zur Seite und „lächeln“, indem sie ihre Lippen zurückziehen, wenn sie mit etwas konfrontiert werden, das sie verunsichert. Wenn dein Hund dazu neigt, seinen Unmut lautstark zu zeigen, kannst du versuchen, dies einzuschränken, indem du seine Aufmerksamkeit vom Bellen auf eine bevorzugte Aktivität lenkst, z.B. Sitz zu machen und dich anzusehen (oder eventuell in sein Körbchen oder seine Box zu gehen), und dieses Verhalten belohnst. Tricks sind auch eine großartige Form der Ablenkung, da sie ihn mit Lernen und Leckerlis beschäftigen! Hier findest du 5 super einfache Trainingstricks, die du deinem Hund beibringen kannst.
Tiefes Knurren ist oft ein Signal dafür, das ihm etwas nicht gefällt. Wenn dein Hund diese Anzeichen an den Tag legt, versuche, ihm ein wenig Abstand von dem zu verschaffen, was ihn aufregt, und bringe ihn dazu, sich auf dich zu fokussieren.
Beine und Körper
Dein vierbeiniger Freund nutzt seinen ganzen Körper, um dir mitzuteilen, was er denkt, aber wusstest du, dass etwas so Einfaches wie sich schütteln oder kratzen ein Zeichen dafür sein kann, dass er ein wenig gestresst ist? Hierbei handelt es sich um weitere Verhaltensweisen zur eigenen Beruhigung, also ermutige deinen Hund und schau, ob du ihm helfen kannst, das zu überwinden, was dieses Verhalten auslöst.
Wenn der Stress für deinen Hund zu groß wird, um ihn selbst zu bewältigen, wirst du feststellen, dass sich andere Verhaltensweisen einschleichen. Es kann sein, dass er aufrecht und sehr steif steht und konzentriert auf den Auslöser starrt, während er herauszufinden versucht, worum es sich handelt und was er dagegen tun kann. Vielleicht bemerkst du auch, dass dein Hund sich duckt, sich zusammenrollt, bis er fast sitzt, oder sich flach auf den Boden legt und vom Auslöser wegkriecht oder zurückweicht. Diese Verhaltensweisen sind ziemlich extrem, also hilf deinem Hund und begleite ihn zu einem Ort in sicherer Entfernung, wenn du spazieren gehst, oder erlaube ihm, sich an einen sicheren Ort zurückzuziehen, z.B. in eine Box oder den Garten, wenn es zu Hause passiert.
Rute
Ah, die Rute. Dieses Fähnchen, das so viel darüber verrät, was dein Fellfreund denkt! Aber wusstest du, dass ein wedelnder Schwanz nicht immer bedeutet, dass ein Hund glücklich ist? Einige Hunde wedeln mit der Rute, wenn sie befürchten, dass es zu einer Konfrontation kommen könnte. In dieser Situation kann es auch vorkommen, dass sie ihre Rute gerade nach oben in die Luft oder nach hinten strecken.
Wenn sie Angst haben, rollt sich die Rute zwischen den Beinen ein, manchmal bis sie flach am Bauch anliegt. Wenn dein Hund dies tut, ist es Zeit einzugreifen und ihn daran zu erinnern, dass du für ihn da bist.
Beschwichtigungsverhalten bei Hunden
Dies ist nicht unbedingt ein Zeichen von Stress, aber es sind Verhaltensweisen, mit denen dein Hund versucht dich zu „besänftigen“, wenn er glaubt, dass du mit ihm unzufrieden bist. Es ist wirklich nützlich, sie zu erkennen, da sie sehr nervig erscheinen können, wenn man sie nicht versteht!
Stell dir vor: Du rufst deinen Hund und er kommt nicht. Du rufst erneut, und er geht in einem langen, langsamen Bogen auf dich zu. Es ist ein einfaches Missverständnis! Du sagst „Komm, ich will nach Hause“, aber dein Hund hört „Ich bin nicht sehr glücklich darüber!“ in deinem Tonfall. Dein Vierbeiner weiß, dass du etwas unzufrieden bist, und anstatt direkt auf dich zuzulaufen – was in der Körpersprache von Hunden nicht sehr höflich ist – wird er langsamer und nähert sich von der Seite, um zu zeigen, dass er es nur freundlich meint. Es mag in dem Moment frustrierend erscheinen, aber sobald ihr dieselbe Sprache sprecht, ist es eigentlich ganz süß.
Kommt dir dieses Verhalten bekannt vor? Wenn du ihn das nächste Mal dazu bewegen willst, zu dir zu kommen, versuche den Stress aus deiner Stimme herauszuhalten und ihm zu zeigen, dass du dich freust, wenn er zurück kommt, und nicht, dass du mit seinem Verhalten unzufrieden bist – es wirkt wirklich Wunder.
Andere Beschwichtigungsverhaltensweisen sind das Vermeiden von Blickkontakt und diese seltsamen Gesichter mit den großen Augen, in die man blickt, wenn man die Tür öffnet und der Lieblingspantoffel in Fetzen gerissen ist. Es ist kein Schuldbewusstsein, das du da siehst, sondern die Reaktion deines Hundes auf deine Körpersprache, indem er versucht zu zeigen, dass er dir nichts Böses will. Und seien wir ehrlich – manchmal helfen ihm diese großen, gefühlvollen Hundeaugen wirklich aus der Patsche.
Hunde nutzen Beschwichtigungssignale auch, um einander zu zeigen, dass sie freundlich sind und nur spielen wollen. Wenn sich ein Hund zu schnell nähert und etwas übermütig und frech wirkt, kann es sein, dass dein tierischer Begleiter sich auf den Boden fallen lässt und seinen Bauch zeigt – ein Zeichen dafür, dass er spielen möchte, aber bitte sanft!
Was zu tun ist, wenn dein Hund Anzeichen von Stress zeigt
Auf einem Spaziergang:
Macht eine kleine Pause von dem, was deinen Fellfreund beunruhigt, und fordere ihn zu ein paar einfachen Tricks auf. Wenn dein Hund sich weigert, Leckerlis zu fressen oder einfache Anweisungen zu befolgen, die er normalerweise gut beherrscht, ist das ein Zeichen dafür, dass er etwas gestresst ist – manchmal wird das auch als Überforderung bezeichnet.
Versuche, ihm die Angst zu nehmen, bis er seine gewohnten Fähigkeiten wiedergewonnen hat. Belohne ihn mit Leckerlis und viel Lob, und schon bald wird er wieder fröhlich unterwegs sein.
Zu Hause:
Stress zuhause – wer braucht das schon? Das Zuhause ist dein sicherer Hafen. Wenn dein Hund dort Schwierigkeiten hat, ist es also deine Aufgabe, ihm dabei zu helfen, diese Herausforderungen zu überwinden. Einfache Dinge wie eine Box mit weichen Decken, in der ihn niemand stört, können ein echter „Game Changer“ sein. Wenn dein Hund auf bestimmte Auslöser reagiert, zum Beispiel Angst vor Fremden hat, solltest du verschiedene Trainingsmethoden in Betracht ziehen (Gegenkonditionierung, Desensibilisierung oder einen guten Trainer engagieren, der dir zeigt, was zu tun ist).
Auf ein stressfreies Leben
Einen Hund zu besitzen ist eine wundervolle Erfahrung, und ihr beide werdet es mehr genießen, wenn ihr den Stresspegel des Hundes niedrig haltet – und den Spaßpegel hoch! Viel Erfolg dabei, einige dieser Anzeichen von Angst bei deinem Vierbeiner zu erkennen und die richtigen Schritte zu unternehmen, um ihm zu helfen, seinen Stress zu bewältigen.