Was ist Trennungsangst bei Hunden?
Trennungsangst kann aus vielen Gründen auftreten und wird oft nicht nur für Hunde, sondern auch für Hundeeltern zur Belastung. Wenn dein Hund bellt, jammert und Dinge zerstört, sobald er allein gelassen wird – das ist Trennungsangst! Diese Anzeichen von Angst werden durch die Verzweiflung deiner Fellnase verursacht, weil sie von dir getrennt ist. Manchmal beginnt das Verhalten schon, bevor du überhaupt das Haus verlässt – wir alle kennen diese großen Hundeaugen, die uns ansehen, sobald wir den Schlüssel in die Hand nehmen und unsere Schuhe anziehen.
Viele Hunde laufen in den ersten 20 Minuten, in denen sie allein sind, unruhig auf und ab oder winseln, bevor sie sich beruhigen und einschlafen. Einige Hunde kommen jedoch nicht zur Ruhe und versuchen stattdessen, ihren Stress abzubauen. Leider können zerstörerische Verhaltensweisen, wie das Kauen, beruhigende Hormone freisetzen. Deshalb ist dies eine der Strategien, die viele Vierbeiner ausprobieren. Andere Hunde machen vielleicht in die Wohnung, obwohl sie stubenrein sind. Armer Schatz!
Was kannst du also tun, wenn die Situation eskaliert und sowohl deine Nachbarn als auch deine Möbel darunter leiden? Nun, zuerst solltest du herausfinden, was die Auslöser sind.
Was verursacht Trennungsangst bei Hunden?
Große Veränderungen, wie ein Umzug, eine Änderung der täglichen Routine oder ein neuer Mitbewohner/ein neues Haustier/ein Baby, können dazu führen, dass sich dein Hund unwohl fühlt. Im Grunde fühlt sich dein Hund in deiner Abwesenheit unsicher und kann mit diesem Gefühl nicht umgehen. Manchmal können auch Geräusche von draußen oder von nebenan ein Tier in Angst versetzen. Im Folgenden erfährst du mehr darüber, wie du ein Gefühl der Sicherheit aufbauen und diese Auslöser später abschwächen kannst.
Bei plötzlichen und dramatischen Verhaltensänderungen ohne offensichtliche Ursache solltest du dich zuerst an deinen Tierarzt wenden. Schmerzen und Krankheiten können dazu führen, dass dein Hund sich seltsam verhält, also schließe diese aus, bevor du etwas anderes tust.
Top-Tipp
Wenn du darüber nachdenkst, dir einen Welpen oder älteren Hund anzuschaffen, solltest du nicht davon ausgehen, dass er problemlos allein bleiben kann, auch wenn er in der Vergangenheit damit klargekommen ist. Plötzliche Veränderungen – wie ein neuer Besitzer – können selbst bei den bravsten Hunden Trennungsangst auslösen.
Wie geht man mit einem ängstlichen Hund um?
Wenn du nach Hause kommst und feststellst, dass eine Aufräumaktion nötig ist, denke daran, dass dies nur bedeutet, dass dein Hund eine schwierige Zeit hatte. Er macht das nicht mit Absicht! Viele Studien haben gezeigt, dass negative Reaktionen wie Schreien oder Bestrafung in diesen Fällen nicht funktionieren, da dein Fellfreund nicht in der Lage ist, die Zurechtweisung mit seinem Verhalten in der Vergangenheit in Verbindung zu bringen. Ignoriere deinen Hund einfach, bis du aufgeräumt (und dich beruhigt) hast.
Jetzt, wo wieder Ordnung herrscht, ist es Zeit, in die Zukunft zu blicken! Wir haben viele Tipps, die dir helfen, eine Wiederholung dieses Verhaltens zu vermeiden. Zum Beispiel kann ein Welpe durch das Training mit einer Hundebox lernen, in kleinen Schritten besser mit dem Alleinsein umzugehen. Auch ältere Hunde, selbst wenn sie aus dem Tierschutz kommen, können mit der Zeit bessere Gewohnheiten erlernen – vorausgesetzt, du hast Geduld und erwartest keine Wunder über Nacht. Lass uns mit einigen dieser Tipps beginnen!
Fange klein an – Schritt für Schritt
Wenn du beginnen möchtest, an der Trennungsangst deines Hundes zu arbeiten, ist es wichtig, sehr langsam vorzugehen. Das Ziel ist es, ihm dabei zu helfen, zu erkennen, dass er alleine nicht in Gefahr ist und du schließlich zu ihm zurückkehrst. Du wirst sehen, ob du zu schnell vorgehst, wenn die verzweifelten und destruktiven Verhaltensweisen wieder sichtbar werden. Am besten lässt du deinen treuen Freund gar nicht erst wieder an den Punkt kommen, an dem er Dinge zerstören muss, um sich besser zu fühlen. Klingt eigentlich einfach, oder?!
Beginne damit, die Zeit zu erhöhen, in denen dein Vierbeiner dich sehen, aber nicht erreichen kann. Stelle zum Beispiel ein Treppengitter in einem ruhigen Raum auf, damit dein Welpe dich bei der Hausarbeit beobachten kann. Sprich während dieser Übung nicht mit ihm! Bevor du gehst, kannst du ihm ein Hundeleckerli geben, wenn du denkst, dass es hilft, ihn abzulenken. Futterspielzeug und Kauartikel sind eine gute Option für Vierbeiner, die dich wirklich die ganze Zeit an ihrer Seite haben wollen. Versuche, wieder in den Raum zu kommen, bevor er fertig ist (und bevor er anfängt, zu winseln), und gewöhne ihn auf diese Weise ganz langsam ans Alleinsein.
Top-Tipp
Versuche, nur in den Raum zurückzukehren, wenn er ruhig ist. So lernt er, dass du nicht wiederkommst, weil er winselt. Schenke ihm nicht zu viel Aufmerksamkeit – dein Kommen und Gehen sollte völlig neutral sein.
Wenn er anfängt, zu winseln, während du in Sichtweite bist, versuche, „Nein“ zu sagen und ihm den Rücken zuzudrehen oder aus dem Blickfeld zu gehen. Das lässt ihn normalerweise für einen Moment innehalten, also sag ruhig „gut gemacht“ und kehre dorthin zurück, wo er ist. Wenn es nicht funktioniert und er ständig winselt, versuche, dich etwas entfernt vom Treppengitter, aber in Sichtweite hinzusetzen. Wenn ihn das beruhigt, kannst du, wenn er aufhört zu weinen, mit ihm kuscheln!
Probiere dies jeden Tag so lange aus, wie dein Hund deiner Meinung nach damit zurechtkommt, und fange dann an, die Zeitspanne zu verlängern. Sobald es etwa 20 Minuten lang gut klappt, versuche, kleinere Hundeleckerlis anstelle von Kausnacks zu verwenden, und trainiere mehr als einmal am Tag mit ihm. Wenn du das Training zu lange unterbrichst und dein Hund wieder anfängt, zu winseln oder zu bellen, musst du vielleicht ein paar Schritte zurückgehen und seine Toleranz langsam wieder aufbauen.
Übe „aus den Augen, aus dem Sinn“
Sobald du diese Technik beherrschst, kannst du sie in weiteren Räumen ausprobieren. So kannst du auch herausfinden, in welchem Zimmer sich dein Hund am wohlsten fühlt, wenn er allein gelassen wird. Arbeite dann langsam daran, ihn in einem Raum zu lassen, während du aus seiner Sichtlinie verschwindest. Baue mit den gleichen Methoden die Zeit auf, in der du Tag für Tag außer Sichtweite sein kannst. Fange klein an – nur weil dein Hündchen kein Problem damit hat, dir eine Stunde lang beim Abwaschen zuzusehen, heißt das nicht, dass es glücklich sein wird, dich genauso lange nicht zu sehen!
Top-Tipp
Besorge dir, wenn möglich, eine kleine Haustierkamera, mit der du deinen Hund auf dem Smartphone beobachten kannst. Das wird dir beim nächsten Schritt helfen!
Hoffentlich stellst du fest, dass dein Hund weniger anfällig dafür ist, dir zu folgen, und kannst ihn dazu bringen, sich in einem Raum niederzulassen, während du eine Weile in einem anderen bist. Wenn das der Fall ist, bist du bereit für den nächsten Schritt!
Verlege das Training nach draußen
Versuche, das Haus zu verlassen, dich einfach ein paar Minuten vor die Tür zu setzen und dann zurückzukehren. Wenn das klappt, bist du bereits auf einem guten Weg. Verlängere die Zeit, in der du weg bist, und geh drei- bis viermal täglich immer wieder für ein paar Minuten nach draußen. Verwende eine Haustierkamera, wenn du glaubst, dass dein Hund Schwierigkeiten haben könnte. So kannst du ihn im Auge behalten und zurückkehren, bevor er anfängt zu bellen oder auf etwas herumzukauen. Einige Kameras ermöglichen es dir, mit deinem Vierbeiner zu sprechen, sodass du ihn auffordern kannst, „Sitz“ oder „Platz“ zu machen, wenn du siehst, dass sich unartiges Verhalten einschleicht. Kehre dann einfach wieder zurück, während er sich gut benimmt.
Du kannst dann die Zeit weiter verlängern, bis dein Hund sich daran gewöhnt hat, dich ein- und ausgehen zu sehen, und es ihm nichts mehr ausmacht. Denke daran, Futterspielzeug und andere Beschäftigungsmöglichkeiten bereitzulegen, wenn es ihm hilft! Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich ein Hund an längere Zeitspannen gewöhnt, in denen er allein ist, und manche Hunde schaffen es nie, länger als wenige Stunden allein zu bleiben. Arbeite mit dem, was du hast, und denke daran, dass es immer zu Rückschlägen kommen kann. Beginne einfach nochmal mit dieser Methode, und du wirst schon bald Fortschritte sehen.
Wie sieht es mit Hundebox-Training aus?
Mit einer Box zu trainieren bedeutet für verschiedene Hundehalter unterschiedliche Dinge. Eine Methode, die für viele Vierbeiner sehr vorteilhaft sein kann, besteht darin, ihnen eine gemütliche, abgedeckte Box zur Verfügung zu stellen, die sie als sicheren Rückzugsort nutzen können. Das bedeutet, dass absolut niemand sie stört, wenn sie in der Box sind. Du kannst sogar versuchen, deinen Hund in seiner Box zu füttern, damit es sich wie der beste Ort der Welt für ihn anfühlt. Eine Box kann Hunden mit Trennungsangst helfen, da sie einen Ort haben, an dem sie sich verstecken können.
Weitere Tipps und Tricks
Leider gibt es keine schnelle Lösung, um deinem kleinen Freund zu helfen, sich alleine wohlzufühlen. Du kannst jedoch ein paar vorübergehende Maßnahmen ergreifen, um ihn (und dein Hab und Gut) zu schützen, während du mit ihm trainierst. Erfahre zum Beispiel, wie du den Raum, in dem er sich aufhält, komplett hundesicher machen kannst. Abgesehen vom Futter greifen Vierbeiner auch gerne zu Gegenständen, die wie Spielzeug aussehen oder wie ihre Lieblingsmenschen riechen! Das kann Kinderspielzeug sein, deine Kleidung oder Schuhe, ja sogar dein Lieblingskissen oder deine Lieblingsdecke.
Versuche, Außengeräusche zu minimieren, indem du leise klassische Musik oder braunes oder weißes Rauschen abspielst, während du weg bist, und lass die Vorhänge geschlossen (und das Licht an), um zu vermeiden, dass dein Hund vorbeigehende Fremde anbellt. Versüße deinem Vierbeiner die Zeit allein, indem du ihn mit Futter- und Kauspielzeug beschäftigst. Wenn möglich, schalte den Anrufbeantworter ein oder eingehende Anrufe stumm, wenn du nicht zu Hause bist, und lass deinen Hund nicht allein, wenn damit zu rechnen ist, dass ein Feuerwerk stattfindet!
Manche Hunde gewöhnen sich an deine Routine und werden schon nervös, wenn sie glauben, dass du bald das Haus verlässt. Achte also darauf, dass deine Routine beim Verlassen des Hauses nicht zu lang oder vorhersehbar ist. Ein kurzes Verabschieden wenn du gehst ist nicht schlimm, aber versuche, es nicht in die Länge zu ziehen!
Schon gewusst?
Top-Tipp
Was, wenn es nicht funktioniert?
Wenn es über längere Zeit zu Problemen kommt oder dein Hund extrem auf das Alleinsein reagiert, zögere nicht, zum Tierarzt zu gehen. Er kann dir Ratschläge geben und dich mit Spezialisten in Kontakt bringen, die dir in deiner individuellen Situation weiterhelfen können. Manche dieser Leistungen werden sogar von einer Haustierversicherung abgedeckt. Im Internet kannst du viele gute Informationen über das Verhalten von Hunden und ihre Trennungsangst finden. Informiere dich und überlege dir einen Maßnahmenplan, mit dem du dieses Problem gemeinsam mit deinem Hund angehen kannst.
Trennungsangst kann sowohl für dich als auch für deinen Fellfreund belastend sein, aber wir sind uns sicher, dass du das schaffst! Mit ein wenig Übung, Hundetraining und ein paar Leckerlis wirst du schon bald die Zeit, in der du unterwegs bist, genießen, während dein Hund zufrieden daheim entspannt.